Was sind Gemeinschaftsgärten?

Allgemein/Einführung/Begriffsdefinition

 

(Frei zitiert nach: http://www.gartenpolylog.org

In Gemeinschaftsgärten wächst weit mehr als nur selbstherangezogenes Gemüse, es entsteht - oft ganz nebenbei - eine Gemeinschaft, die im sozialen Miteinander Kommunikations- und Integrationsprozesse ermöglicht. 

Gemeinschaftsgärten gibt es weltweit. Die Idee der Gemeinschaftsgärten geht auf die sogenannten Community Gardens zurück, die seit den 1970er Jahren v.a. in New York entstanden sind. Auf brachliegenden Flächen gründeten sich damals erste gemeinschaftlich getragene Projekte im Stadtteil, die nicht nur neue grüne Freiräume inmitten von einem bebauten und urbanen Umfeld darstellten, sondern außerdem zu einer Revitalisierung und Aktivierung des Stadtteils führten.

Eine ganz bestimmte Form von Gemeinschaftsgärten stellen die sogenannten Interkulturellen Gärten dar. 


Gemeinschaftsgärten sind Gärten, die von einer Gruppe von Menschen betrieben werden. Hier spielt aber nicht nur das Gärtnern eine Rolle, sondern auch das gemeinsame Arbeiten, die Mitgestaltung des Stadtteils, die Möglichkeit der Partizipation innerhalb einer Gemeinschaft, die Entwicklung eines gemeinschaftlichen Sinns im gemeinsamen Tun und letztlich das kommunikative Zusammensein im Garten.

Nachbarschaftsgärten werden von der direkten Nachbarschaft betreut. Es geht hier darum ein Stückchen Grün in der eigenen Nachbarschaft zu haben und Menschen aus der Umgebung kennen zu lernen. In thematischen Gärten hingegen steht eine ganz bestimmte Zielgruppe im Vordergrund, wie ältere Menschen, Kinder oder MigrantInnen, die in den Interkulturellen Gärten zusammenkommen. Auch Mischformen existieren, so dass sich festhalten lässt, dass Gemeinschaftsgärten durch eine Diversität gekennzeichnet sind.

 

Dennoch lassen sich einige grundlegende Gemeinsamkeiten benennen: Die Flächen, auf denen Gemeinschaftsgärten errichtet werden, gehören meist öffentlichen Trägern, wie Städten, Kommunen, Kirchen oder Stiftungen. Die Nutzung der Fläche durch eine Gartengruppe wird meist über einen Vertrag geregelt. In den Gärten gibt es Einzelparzellen für den individuellen Anbau der beteiligten Gärtner/innen, sowie Gemeinschaftsflächen.

 

 

 

Die Gartengemeinschaften können sich durch Grassroot-Initiativen bilden, aber auch durch

Top-Down-Initiativen, beispielsweise sozialen und kulturellen Vereinen, die erst eine geeignete Fläche suchen, Strukturen schaffen und dann die Fläche einer Gartengemeinschaft übergeben. Soziale, kulturelle und ökologische Diversität ist ein wesentliches Kriterium der Gemeinschaftsgärten. Hier ist nicht nur das Konzept der interkulturellen Gärten zu nennen, sondern auch Nachbarschaftsgärten, in denen Menschen einen Raum teilen, die sich in anderen gesellschaftlichen Räumen nicht begegnen. Die Zugänglichkeit zu den Gärten ist ebenfalls unterschiedlich. Manche Gärten sind zu jeder Zeit offen, andere sind versperrt und ein öffentlicher Zugang ist nur an bestimmten Öffnungszeiten möglich oder wenn eine Gärtnerin oder ein Gärtner vor Ort ist. Was Wasserkosten, Versicherung, Abfall und anderes betrifft, werden diese Kosten meist zur Gänze von der Stadt oder von Organisationen übernommen oder müssen anteilig von den GärtnerInnen übernommen werden.

Zudem kann unter stationären, meist auf Grünflächen errichteten und mobilen Gärten unterschieden werden. Letztere Zeichnen sich durch einen ausschließlichen Anbau in Hochbeeten, Säcken und sonstigen Erdbehältern (Töpfe, Tonnen, Badewannen, Schuhe,…) aus, die jederzeit von einer Fläche entfernt werden können. So werden Zwischennutzungen auf Besitztümer möglich, die den Gärtnern für nur wenige Jahre zur Verfügung gestellt werden. In deutschen Städten gibt es bereits mehrere „wandernde Gärten“ die sich somit der Situation des Immobilienmarktes angepasst haben.